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Wandern in Gargazon

Gargazon (italienisch: Gargazzone) ist eine italienische Gemeinde mit 1688 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in Südtirol. Sie liegt 14 km südlich der Kurstadt Meran und 20 km nördlich von Bozen, auf der linken Talseite des Etschtals an der Staatsstraße. Gargazon gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Meran und war Teil des Bezirks Meran. Gargazon ist auf dem Schutthügel entstanden, den der Aschlerbach im Laufe vieler Tausende von Jahren in der Talebene gebildet hat. Der Bach hat eine Schlucht in den Berghang gefressen und das Geröll und Gestein in der Ebene abgelagert.

Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde ist im Besitz zweier Kirchen; beide stehen unter Denkmalschutz.

Kurtialkirche zum Hl. Johannes dem Täufer

Schon 1337 wird eine Kirche in Gargazon erwähnt. Es ist die alte Kirche, die jetzt als Totenkapelle dient. Sie ist öfters umgebaut und restauriert worden, zuletzt im Jahre 1981. Nun ist die im gotischen Baustil errichtete Kirche das Schmuckstück des Dorfes. Sie hat einen 13,5 m hohen Spitzturm, einen vielwinkligen Choralabschluss und ein Tonnengewölbe. Der Altar ist aus Stuckmarmor; das Altarbild zeigt die Taufe Christi. Die auf dem Kirchengelände befindliche Tanne wird jedes Jahr in der Weihnachtszeit beleuchtet. Das Kriegerdenkmal befindet sind an der Westseite des Gebäudes. Ebenso wird hier das alljährliche Johannesfest (24. Juni) gefeiert.

Pfarrkirche

Im Jahre 1899 begann man in Gargazon mit dem Bau einer neuen Kirche, die dem Herz Jesu geweiht werden sollte, denn die alte war so klein, dass sie nicht einmal für die Hälfte der damaligen Bevölkerung genügte. Am 13. Mai 1900 wurde der Grundstein gelegt und 1902 war die Kirche bis auf den Oberbau des Turmes vollendet. Das Mosaikbild über dem Hauptportal, Jesus Christus mit geöffneten Händen, wurde im Dezember 1903 eingesetzt. Geweiht wurde die Kirche erst am 13. Mai 1928 durch Bischof Celestino Endrici aus Trient (13. Mai). Der Turm wurde 1930 vollendet und die Glocken wurden 1931 geweiht. Der Bau ist im romanischen Stil ausgeführt. Der Porphyrstein, aus dem die ganze Kirche und auch der Turm gemauert ist, stammt aus einem nahen Steinbruch. Wegen dieses schönen Steins war ein Außenverputz nicht nötig. Die Portale und Gesimse wurden aus Sandstein und teils in gelbgrauen Trientner Marmor ausgeführt. In letzter Zeit wurden neue Fenster und farbige Scheiben eingesetzt, die Tür des Hauptportales wurde verkupfert, ein neuer Altar aus Sandstein aufgestellt, Lautsprecheranlagen installiert und eine Heizung eingebaut.

Kröllturm

Der Kröllturm scheint wohl immer vereinzelt dagestanden zu haben und nicht als Rest einer älteren Burg, denn es wurden keine Mauerreste in unmittelbarer Umgebung gefunden. Für ein Burggebäude wäre auch schwerlich Platz vorhanden gewesen. Der Kröllturm diente wohl als Wacht- und Signalturm. Er überwachte die Grenze sowie die einzige Straße, die durch das Etschtal führte. Durch Kreidefeuer, weitum sichtbar, warnte er die Einwohner vor dem Anmarsch der Feinde. Ein Weißbauer hat im September 1905 im Inneren des Turmes gegraben und dabei sieben römische Münzen gefunden. Die Herkunft aus der Römerzeit wird aber bezweifelt. Im Jahre 1984 wurde eine eingestürzte Wand des Turms wieder errichtet.

Wirtschaft und Tourismus

In der Landwirtschaft werden verschiedene Apfelsorten angebaut, die großteils von der örtlichen Obstgenossenschaft vermarktet werden. Als Ferienort ist Gargazon im Frühjahr zur Zeit der Blüte, im Sommer zum Wandern und Radfahren und im Herbst zur Erntezeit sehr beliebt. Durch die zentrale Lage ist Gargazon Ausgangspunkt für unzählige Ausflüge zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sowie für Tagestouren mit Auto oder Motorrad (Dolomitenrundfahrt, Gardasee, Venedig). Der Ferienort liegt etwas abseits des Touristenrummels. Die Kurstadt Meran und die Landeshauptstadt Bozen sind jedoch innerhalb weniger Minuten mit Auto, Bus oder Zug zu erreichen.

Bild: " Schloss Lebenberg Tscherms 01 " von Allie_Caulfield. CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons.
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