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Lutherweg Sachsen-Anhalt

Tpyisches Wegzeichen vom Lutherweg und Europäischer Fernwanderweg E11 am Sieglitzer Berg. Bildnachweis: By M_H.DE (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Der Lutherweg Sachsen-Anhalt ist eine 2008 geschaffene Pilgerroute zu den Wirkungsstätten des Reformators Martin Luther. Die zwei Routen in Sachsen-Anhalt führen über eine Strecke von 410 Kilometer von Mansfeld über Eisleben nach Wittenberg. Der Weg ist mit einem grünen „L“ in Fraktur gekennzeichnet. Die Verlängerung in Sachsen beläuft sich auf eine Strecke von 340 Kilometern. Auch in Thüringen wurde ein Lutherweg ausgewiesen. 

Der Überlieferung nach soll Martin Luther (1483–1546) am 31. Oktober 1517, einen Tag vor Allerheiligen, eigenhändig ein Thesenpapier an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben, in dem er in 95 Thesen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen brandmarkte. Das Ereignis wurde aber erst posthum 1540 in einer Notiz von Luthers Sekretär Georg Rörer erwähnt. Unabhängig davon wurden diese Thesen später veröffentlicht und Gegenstand öffentlicher Diskussionen in ganz Deutschland.

Diese kirchenkritische Diskussion und die Rückbesinnung auf die biblische Botschaft des Evangeliums führten zur Abkehr von Rom bzw. der katholischen Kirche und der Bildung der evangelischen bzw. protestantischen Kirche.

Der Thesenanschlag wird von evangelischen Christen in Deutschland zum Gedenken an Luthers Reformation gefeiert. In den deutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der 31. Oktober offizieller Feiertag. In Baden-Württemberg ist an diesem Tag schulfrei, in Niedersachsen können Schüler während des Gottesdienstes vom Unterricht freigestellt werden. In der Schweiz gilt der erste Sonntag im November als Reformationstag.

Im Jahr 2017 jährt sich der Thesenanschlag zum 500. Mal. Die Bildung des Lutherwegs ist eine der Aktivitäten zur Vorbereitung dieses Jubiläums. In Verhandlungen zwischen den Landesregierungen Sachsen und Sachsen-Anhalt wurde der Lutherweg 2010 nach Sachsen verlängert.

 

Die Nordroute

Lutherstadt Wittenberg (Stationen 1–5: Lutherhaus, Melanchthonhaus, Stadtkirche, Cranachhöfe, Schlosskirche) – Coswig (Anhalt) (6: St.-Nicolai-Kirche) – Wörlitz (7: St.-Petri-Kirche) – Dessau-Roßlau (8–13: Wörlitzer Gartenreich, Johannbau, St.-Johannis-Kirche, Georgium, Palais Dietrich, St.-Marien-Kirche) – Zerbst (14–16: Francisceum, Kirchen St.-Nicolai und Trinitatis, St.-Bartholomäi-Kirche) – Steckby (17: Radfahrerkirche St.-Nicolai) – Reppichau (18: Museum Sachsenspiegel) – Köthen (19–21: St.-Jakobs-Kirche, Kirche St. Agnus, Bachgedenkstätte) – Wohlsdorf (22: Wohlsdorfer Kirche) – Bernburg (Saale) (23–24: Schloss, St.-Marien-Kirche) – Wettin (25: St.-Nikolai-Kirche) – Unterrißdorf (26: „Kalte Stelle“ und Dorfkirche) – Lutherstadt Eisleben (27–31: St.-Petri-Pauli-Kirche, Geburtshaus, St.-Andreas-Kirche, Sterbehaus, St.-Annen-Kirche) – Mansfeld (32–34: Schloss, Elternhaus, Kirche St. Georg) − Stolberg (Harz) (35: Stolberg)

 

Die Südroute

Mansfeld (Stationen 32–34: Schloss, Elternhaus, Kirche St. Georg) − Stolberg (Harz) (35: Stolberg) – Halle (Saale) (36–39: Stadtgottesacker, Marktkirche Unser lieben Frauen, Franckesche Stiftungen, Moritzburg) – Petersberg (40: Kloster) – Brehna (41: St.-Jakobus-Kirche) – Bitterfeld (42: Evangelische Stadtkirche) – Mühlbeck (43: Romanische Feldsteinkirche) – Kemberg (44: St.-Marien-Kirche) – Lutherstadt Wittenberg (1–5: Lutherhaus, Melanchthonhaus, Stadtkirche, Cranachhöfe, Schlosskirche)

 

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