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Wandern im Weinviertel

Das Weinviertel

Leiser Berge Oberleis 01 2008.JPG Landschaftlich umrahmen die Flussniederungen der Thaya, March und Donau das Weinviertel im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet der Manhartsberg den Übergang zum Gneis- und Granithochland. Die höchste Erhebung ist der Buschberg mit 491 m. Weitere wichtige Gewässer im Weinviertel sind Göllersbach, Hamelbach, Pulkau, Rußbach, Schmida, Weidenbach und Zaya. Innerhalb wird das Weinviertel durch die Waschbergzone (Rohrwald, Leiser Berge, Staatzer Klippe und Falkensteiner Berge) in einen östlichen und einen westlichen Teil getrennt, der Molassezone mit sanften Hügeln und breiten Muldentälern im Westen und dem nördlichen Wiener Becken und dem Marchfeld im Osten. Das Weinviertel gehört zum relativ trockenen pannonischen Klimagebiet mit kalten Wintern und heißen Sommern. Die Jahresmitteltemperatur liegt in Retz bei 10,3 °C und in Poysdorf bei 10,4 °C. Die mittleren Jahressummen der Niederschläge betragen nur zwischen 500 bis 600 Millimeter. Die Dauer der Schneedecke in Retz beträgt etwa 30 Tage und es gibt rund 81 Frosttage, in Poysdorf hingegen beträgt etwa die Dauer der Schneedecke 25 Tage und es gibt rund 87 Frosttage. Die Sonnenscheindauer in Retz beträgt in etwa 1900 Stunden und in Poysdorf an die 2000 Stunde

Floristisch gesehen zählt das Weinviertel zur Pannonischen Florenprovinz, Teil der Südsibirisch-Pontisch-Pannonischen Florenregion, weshalb sich die Vegetation stark von den westlicheren Teilen Österreichs unterscheidet und entsprechend einzigartig und schützenswert ist. Neben spezifisch pannonischen Arten (z.B. Waldsteppen-Wermut am Bisamberg) treten auch solche auf, welche ihr Hauptverbreitungsgebiet viel weiter östlich haben, und hier - teilweise als Relikte der Kaltzeiten - ihre westliche Verbreitungsgrenze erreichen (z.B. Tátorján-Meerkohl bei Ottenthal). Zudem ist ein deutlicher submediterraner Einfluss erkennbar, da trocken-warmen Sommer auch dort bezeichnend sind und submediterrane Arten wie Flaum-Eiche und Diptam daher auch im pannonischen Gebiet gut gedeihen. Ohne menschlichen Einfluss wäre das Gebiet vermutlich bewaldet, wurde aber durch Rodung und jahrhundertelange Nutzung (Ackerbau, Beweidung) waldfrei gehalten. Durch die extensive Beweidung durch Nutztiere entstanden großflächig sekundäre Steppen, welche nach der Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts großteils zerstört wurden und nur mehr in Ansätzen erhalten geblieben sind. Neben dem trocken-warmen Klima sind auch die Bodenverhältnisse für die Vegetation prägend: weite Teile des Weinviertels sind mit Löss bedeckt, einem Sediment, das während der Kaltzeiten vom Wind verfrachtet und abgelagert wurde. Entlang der Waschbergzone ist das Kalkgestein prägend, welches Substratsteppen über dem seichtgründigen Boden entstehen ließ. Im Marchfeld gibt es über während der letzten Eiszeit und Nacheiszeit abgelagerten Sanden, die aus den Flüssen, insbesondere der Donau, ausgeweht wurden, eine spezifische Sandvegetation (z.B. Sandberge bei Oberweiden). Bei Zwingendorf und Baumgarten an der March existieren kleinräumig interessante Salzstandorte, über entsprechend salzhältigen Böden. Auch die Fauna im Weinviertel unterscheidet sich von jener in den westlicheren Landesteilen. So tritt im Weinviertel ausschließlich der Nördliche Weißbrustigel (Ostigel) auf, der rund 200 Kilometer westlich seine Verbreitungsgrenze erreicht und dort, nach einem Bereich der Überlappung, vom Braunbrustigel (Westigel) abgelöst wird.


Bild: „ Leiser Berge Oberleis 01 2008 “ von JOADL - Eigenes Werk . Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons .
Dieser Text basiert auf dem Artikel Weinviertel aus der Enzyklopädie wikipedia / Liste der Autoren und steht unter der Lizenz Creative Commons. (bearbeitet durch: tb/cp 100)

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