Wandern Aktiv

E8 - von Dursey Head bis Istanbul

  • Länder: Irland, England, Niederlande, Deutschland, Österreich, Slowakei, Polen, Ukraine, Bulgarien
  • Länge: ca. 4.390 km

 


Der Europäische Fernwanderweg E8 beginnt an der Südküste Irlands und durchquert England von West nach Ost. Das Festland wird von den Niederlanden bis zum Schwarzen Meer beinahe diagonal durchquert.

In Mitteleuropa bis nach Polen hinein, ist der Fernwanderweg E8 auf einer Geamtlänge von annährend 4900 km angelegt und beschrieben. Der Streckenabschnitt ganz im Osten Europas weist noch große Lücken auf.

 

Kurzinfo

Irische See – Holland - Rhein – Main – Donau – Bulgarien

Dursey Island (IRL) – Dublin – Liverpool (GB) – Hull – Rotterdam (NL) – Kleve (D) – Aachen – Bonn – Koblenz – Donnersberg – Worms - Wertheim/Main – Regensburg – Passau – Karlstift (A) – Gmünde – Wien – Bratislava (SK) – Dukla-Pass (SK/PL) - Beskiden (PL) (....) – Sofia (BG) – Rhodopen (BG) - Svilengrad (BG)

Route des E8. Quelle: Werner Hohn via MediaWiki

 

 

Irland

Am Atlantik, auf der Halbinsel Dursey Island, beginnt der Europäische Fernwanderweg E8 seinen Weg durch Europa.

Zunächst mit dem Beara Way, dieser bleibt weitesgehend im Bereich der Küste, geht es nach Westen. Mit dem Wechsel auf den Kerry Way (nur ein kurzes Stück) verlässt der E8 bis Dublin die Küstenlandschaft Irlands. In den Hügeln und Bergen der Grafschaft Cork zwischen Killarney und Waterfort, übernimmt der Blackwater Way die Weiterführung des E8. Nur über eine kurze Distanz geht es mit dem East Munster Way, der vom South Leinster Way abgelöst wird, weiter durch die menschenleeren Hochebenen und über die Hügel Südirlands. Bei Enniscorthy kommt der E8 in die Wicklow Mountains. Durch diese Berge geht es weiter mit dem Wicklow Way bis zur Hauptstadt Dublin. Mit der Fähre wechselt der Fernwanderweg über die Irische See nach England.

Die Gesamtweglänge dieses Abschnitts beträgt 594 km.

Wicklow Way im Hochmoor der Wicklow Mountains. Quelle: Delgadito via MediaWiki

 

 

England

In Großbritannien übernimmt der Trans Pennine Trail den E8. Dieser neue Coast to Coast Wanderweg verbindet Liverpool im Westen mit der Hafenstadt Hull an der Ostküste. Dieser britische Weitwanderweg führt fast vollständig über verkehrsfreie Wege, er ist jedoch in das National Cycle Network eingebunden. Einige Streckenabschnitte führen über stillgelegte Bahnstrecken oder alte Treidelplade. Die Markierung der Route ist mittlerweile durchgängig vorhanden.

Vom Fährhafen in Liverpool führt der TPT zunächst nach Widnes an der Mersey Mündung. Hinter Stockport, südlich von Manchester, steigt der Weg in die nördlichen Ausläufer der Pennines hinauf. Zwischen Barnsley und Doncaster verlässt der E8 die Hügel dieses Mittelenglischen Gebirgszugs wieder. Die Route ändert sich jetzt nach Norden zur Stadt Selby in Yorkshire, und nimmt dann letztmalig eine Richtungsänderung vor. In Richtung Osten, zum Humber und der Hafenstadt Hull, bleibt der Trans Pennine Trail immer in der Nähe der Küste. Die englische Teilstrecke des E8 endet in Hull, während der TPT bis nach Hornsea an der Nordseeküste weiterführt.

Von der Mündung des Mersey in die Irische See, bis zur Mündung des Humber in die Nordsee, beträgt die Weglänge des Trans Pennine Trail/E8 etwas über 300 km oder 188 miles.

 


Niederlande

Nach dem Überqueren der Nordsee setzt der E8 seinen Weg durch den Kontinent an der Küste Hollands fort. In den Dünen beim Hafen Europort beginnt der Lange-Afstand-Wandelpad 6-1, besser als Oeverloperpad bekannt. Alternativ bietet sich ein Start in Hoek von Holland am anderen Ufer der Lekmündung an. Von hier führt eine ausgeschilderte Route auf den Hauptweg des LAW 6-1.

Durch typische holländische Polderlandschaft wird der Fernwanderweg nördlich von Rotterdam in einem weiten Bogen in Richtung Leerdam geführt. Mit der Fähre geht es es über den Lek und auf direktem Weg hinein in die Stadt Leerdam.

In dieser Stadt übernimmt für die letzten 100 km der Lingepad den E8. In dieser hautpsächlich von der Landwirtschaft geprägte Region bleibt der Europäische Fernwanderweg überwiegend auf kleinen Nebenwegen und Pfaden, die sehr oft entlang der Entwässerungskanäle verlaufen. Die Waal, der wasserreichste Hauptarm des Rheins, wird auf halben Weg erreicht. Zwischen dem Lek/Neder Rijn im Norden und der Waal im Süden, verläuft der Wanderweg in Richtung der Grenze bei Nijmegen.

Nach 245 km verlässt der E8 die Niederlande und kommt nach Deutschland.

 


Deutschland

Auch in der Bundesrepublik Deutschland bleibt die Wegführung zunächst flach. Die Landschaft am Niederhein durch die der E8 nach dem Grenzübertritt führt, wird überwiegend durch Wiesen und weite Felder geprägt.

Die Stadt Kleve ist schon von weitem durch das auf einer Anhöhe liegende ehemalige Schloss der Herzöge von Kleve sichtbar. Vorbei am Wasserschloss Moyland, mit einer sehr großen Sammlung an Kunstwerken von Josef Beuys, geht es nach Kalkar. Das Kernkraftwerk vom Typ Schneller Brüter, dass nie ans Netz gegangen ist, bleibt auf der Strecke nach Xanten noch lange sichtbar. Das Stadtbild von Xanten am Niederrhein, im Jahr 15 v. Chr. von den Römern gegründet, wird heute vom gotischen Dom St. Viktor beherscht. Die nächsten Orte sind Alpen, Rheurdt und Hinsbeck (Stadt Nettetal) an der Nette. Der Europäische Fernwanderweg wird in dieser leicht welligen Landschaft sehr oft über asphalierte Feldwege geführt. Gelegentlich ist die Wegführung nicht mehr genau erkennbar. Bei Kaldenkirchen kommt der E8 wieder an die niederländische Grenze. Durch den Deutsch-Niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette führt die Route nach Wassenburg und Heinsberg. Die Kleinstädte Geilenkirchen und Herzogenrath werden auf dem Weiterweg nach Aachen noch berührt.

Aachen, die westlichste Stadt Deutschlands, besitzt das größte Klinikum Europas und ist historsich betrachtet einer der wichtigsen Städte auf dem Alten Kontinent. Von der Stadt Karls des Großen, in der über einen Zeitraum von 600 Jahren mehr als 30 deutsche Könige gekrönt wurden, steigt der Fernwanderweg in die nördlichen Ausläufer der Eifel hinauf.

In Aachen besteht die Möglichkeit, über einen Verbindunsweg oder einen Pilgerweg ins gut 30 Kilometer entfernte holländische Maastricht und somit auf den Europäischen Fernwanderweg E2 zu wechseln.

Das Dorf Schmidt (430 m) wird wie viele Dörfer und Höfe dieser Region, von den typischen Buchenhecken geprägt. Diese teils haushohen Hecken schützen die Bauten vor dem hier stetig wehenden Westwind. Über die Uferwege des Rurstausees dann durch einsame Eifelwälder, und vorbei an der Abtei Mariawald, geht es weiter nach Gemünd in der Eifel. Seit Aachen teilen sich der E8 und der Wanderweg der Deutschen Einheit die Wege. Über aussichtsreiche Höhenwege wird Bad Münstereifel im Tal der Erft erreicht. Aus dem Tal führt ein langgezogener Aufstieg in die umliegenden Wälder und kommt auf der Hochebene nach Effelsberg mit dem größten Radioteleskop der Welt. Im darauf folgenden Naturpark Kottenforst Ville bleibt die eigentliche Eifel dann schon zurück. Von Rheinbach bis Bad Godesberg am Rhein ist es dann nicht mehr weit.

 

Der Rheinhöhenweg/E8 bei Brohl-Lützingen. By Werner Hohn, [GNU-Lizenz] via MediaWiki



In Bad Godesberg trifft der Europäischer Fernwanderweg auf den Rheinhöhenweg auf der linken Rheinseite. Durchs Drachenländchen südlich der Stadt, kommt der Fernwanderweg an den Rhein. Die nächsten Stationen auf dem Weg nach Süden sind Remagen, Sinzig, wo die Ahr überquert wird, Bad Breisig und Brohl-Lützingen am Ausgang des Brohltals. Der Aufstieg aus dem Brohltal zur Keltischen Fliehburg hoch über dem Rhein, erinnert an alpine Wege. Am Hochkreuz beginnt der langezogene Abstieg nach Andernach am Rhein. Die anschließende Etappe nach Koblenz führt durch die in dieser Gegend sehr häufig vorkommenden Obstplantagen. In Güls geht über die Mosel nach Koblenz zum Deutschen Eck mit Moselmündung in den Rhein.

Vom den Rheinuferanlagen steigt der E8, immer noch mit dem Rheinhöhenweg, zum Kühkopf hinauf. Am alten römischen Merkurtempel ist der Fernwanderweg endgültig im Hunsrück. Hinter Waldesch erfolgt der langsame Abstieg nach Boppard am Rhein. Wieder führt die Route in einem weiten Bogen vom Rhein weg in den Hunsrück. Erst in Oberwesel kommt der Fluss wieder in Sicht. Sofort steht der erneute Anstieg auf die Rheinhöhen an. Bis Stromberg bleibt die Trassenführung in den Wäldern der umliegenden Berge. In Wallhausen durchquert der E8 erstmal die Weinberge der Naheregion. An der Nahe ändert sich die Wegführung nach Süden. Das neue Ziel ist der Donnersberg in der Pfalz. In der Pfalz teilt sich der E8 in eine nördliche und eine südliche Variante. Beide Wege vereinen sich in Tauberbischofsheim wieder zu einer Hauptroute.

Der nördliche Weg führt aus der Pfalz durch die Weinberge - eigentlich Hügel - nach Worms am Rhein. Vom Rhein steigt der Wanderweg in Auerbach an der Bergstraße in den Odenwald hinauf. In Lautertal-Reichenbach kreuzt der E1 (Schweden - Italien) den Weg des E8. Gemeinsam mit dem Hessenweg 7 geht es durch die Wälder des nördlichen Odenwald nach Michelstadt. Nun wendet sich die Wegführung nochmals nach Norden. In Obernburg am Main bleibt der Odenwald zurück. Im weiteren Verlauf nach Miltenberg und weiter bis nach Wertheim, orientiert sich der Europäische Fernwanderweg am Lauf des Mains. Von der Mündung der Tauber in den Main führt die Strecke anschließend nach Tauberbischofsheim.

Die südliche Strecke des E8 bleibt vom Donnersberg zunächst noch im Pfälzer Wald. In Edenkoben liegt diese Mittelgebirgslandschaft dann zurück. Auch auf dieser Variante geht es durch Weinberge - nach Speyer am linken Rheinufer. Vorbei am Dom, der in seiner Krypta acht salische Kaiser- und Königsgräber beherbergt, wird die alte Kaisertadt über den Rhein verlassen. Da nächste Ziel ist die Universitätsstadt Heidelber am Neckar. Über Schlierbach am Neckar, wo der E1 kreuzt, geht es durch den südlichen Odenwald bis nach Tauberbischofsheim.

Bis Rothenburg ob der Tauber gibt das weite Taubertal die Richtung vor. Weiter führt die Strecke nach Dinkelsbühl und über den Hahnenkamm ins Altmühltal. Entlang der Altmühl geht es über Uferwege und Panoramwege nach Eichstätt mit der Katholische Universität. Danach durch den Köschinger Forst nach Kelheim an der Donau. Die Patrizierhäuser und Kirchen prägen das Stadtbild von Regensburg an der Donau. In Wörth werden die südlichen Ausläufer des Bayerischen Waldes erreicht. Bis zur Grenzstadt Passau wird der E8 über die zahlreichen Waldwege dieser Region geführt. Von hier ist es dann nicht mehr weit bis zum Grenzübergang nach Österreich.

Zwischen dem niederländsch-deutschen Grenzübergang in Wyler und dem deutsch-österreichischen Grenzübergang in Oberkappel, beträgt die Weglänge der E8 in Deutschland ungefähr 1500 km.

 


Österreich

In Österreich bleibt die Wegführung des E8 immer zwischen der Donau und der Grenze zu Tschechien. Über die gut ausgebauten Wanderwege in Österreich behält der Europäische Fernwanderweg jetzt für viele hundert Kilometer die Ausrichtung nach Osten bei.

Von Oberkappel direkt an der Grenze gelegen, steigt der Europäische Fernwanderweg zunächst auf den Gipfel des Amelsberg (940 m) und führt von da weiter bis in den Bereich der tschechischen Grenze. Eine kurze Wegstrecke teilen hier der E8 und der E6 gemeinsam den Weg. Über Freistadt geht es weiter nach Liebenau. In dieser Stadt wendet sich der Fernwanderweg nochmals für einige Etappen durch das Waldviertel nach Norden. Über den Nebelstein (1036 m) geht es wieder zusammen mit dem E6. Am Nebelstein beginnt der Ostösterreichischer Grenzlandwerg (Österreichische Weitwanderweg 7), der den E8 bis zum Verlassen Österreichs begleitet.

Im Grenzort Gemünd biegt der Weitwanderweg wieder nach Osten ab. Hinter Karlsteig an der Thaya wird der Naturpark Geras erreicht. Dannach folgen die kleinen Städtchen Retz und Haugsdorf. Der E8 ändert nochmals die Richtung. Die Bundesstadt Wien wird über Ernstbrunn, Großrußbach - alle schon im Weinviertel gelegen - erreicht.

In Groß-Enzersdorf bleiben die Straßen der Hauptstadt langsam zurück. Die Donauauen in der Lobau bilden den Start für den letzten Abschnitt des E8. Entlang der Donau geht es weiter bis nach Hainburg. Nach wenigen Kilometern kommt die Grenze zur Slowakei in Sicht.

In Österreich kommt der E8 auf die Länge von circa 540 km.

 


Slowakei

Nach dem Überqueren der Grenze nehmen die sehr gut markierten Wanderwege der Slowakei den Fernwanderweg auf.

Die Hauptstadt Bratislava ist das erste Ziel auf dem Weiterweg nach Osten. Die Donau verlässt der Europäische Fernwanderweg in Richtng Nordosten. Nun kommt der E8 in den Bereich der Kleinen Karpaten, an die sich die Nizke Tatry, deren höchste Gipfel mehr als 2000 m erreichen, anschließen. Über die Hügel der Niederen Karpaten und des slowakischen Erzgebirges, eine Landschaft die geprägt ist von kleinen Bauerdörfern und Siedlungen, geht es weiter bis nach Kosice. In Kosice, ganz im Osten des Landes - beinahe schon an der Grenze nach Ungarn, macht die Trassenführung einen letzten Schwenck nach Norden zu den Beskiden und der Grenze nach Polen.

Bei Svidnik verlässt der E8 nach annährend 430 km die Slowakei.

 


Polen

Zunächst führt die Route gemeinsam mit dem E3 über den Dukla-Pass zu den polnischen Beskiden. Der E3 trennt sich nach wenigen Etappen bei Zakopane wieder vom E8. Durch die Hochtäler der Grenzlandschaft im äußersten Südosten Polens, wird der Fernwanderweg in den Nationalpark Biesczcady geführt. In dieser beinahe menschenleeren Region sind die letzten Bären und Wölfe Europas zu Hause. Neben guten Karten und Kompass, ist für das Weiterkommen auf den einsamen Wald- und Bergwegen, die Mitnahme größerer Proviantmengen erforderlich. An der Grenze zur Ukraine endet vorläufig die bisher durchgehende Route des E8.

Der E8 kommt auf seiner kurzen Strecke duch Polen auf eine Gesamtlänge von ungefähr 190 km.

 


Ukraine

In der Ukraine ist der Europäsiche Fernwanderweg E8 noch nicht realisiert worden. Bedingt durch die politische und wirtschaftliche Lage dieses Landes, wird die Schaffung dieses länderverbindenden Wanderweges in absehbarer Zukunft nicht möglich sein.

 


Bulgarien

Auch in Bulgarien ist der Europäische Fernwanderweg E8 noch nicht im ganzen Land vorhanden. Im Augenblick liegt der offizielle Start der Strecke im Rila-Gebirge. In den Bergen etwa 80 km südlich der Hauptstadt Sofia, beginnt der Weg nach Osten nahe der Ortschaft Borovec.

Zunächst geht es über steile und anstrengende Bergwege bis auf über 2700 m hinauf. Vorbei am Rila-See wird der Gipfel des Musala (2937 m, höchster bulgarisch Berg) erreicht. In dieser einsamen Gebirgslandschaft des Balkanstaates sind die Berghütten sehr oft die einzige feste Unterkunft in weitem Umkreis. Die Trasse des E8 orientiert sich weiter in südöstlicher Richtung. Durch einsame Bergdörfer, oftmals nur noch von alten Menschen bewohnt, kommt der Fernwanderweg in die Rhodopen. Der Wegverlauf bleibt überwiegend zwischen 1000 und 2000 m. Nach dem gelegentlichen Abstieg in die tiefen Täler, erfolgt umgehend der steile Aufstieg in die Berge. Hier ist, wie in den meisten Staaten Osteuropas, der Umgang mit Karte und Kompass eventuell ergänzt durch einen GPS-Empfänger, Bedingung für ein sicheres Weiterkommen.

Nach 560 einsamen Kilometern endet der E8 in der Kleintstadt Svilengrad im Grenzgebiet zur Türkei und Griechenland.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel E8 aus der freien Enzyklopädie Outdoor Wiki von Wikipedia. In wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.(bearbeitet durch: ir/cp 98)

 

Anfrage