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E4 - von Kap St. Vincent bis Zypern

  • Länder: Portugal, Spanien, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien, Griechenland, Kreta, Zypern
  • Länge: 10.450 km

 

Der Europäische Fernwanderweg E4 soll den südwestlichsten Punkt des europäischen Kontinents (Kap St. Vinzenz in Portugal) in einem großen Bogen mit der im Südosten liegenden Insel Zypern verbinden.

360° Panorama am E4 auf dem Schadonapaß an der Biberacher Hütte. Links das Rothorn, rechts die Hochkünzelspitze. By böhringer friedrich (Own work) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

 

Verlauf des E4

Der Europäische Fernwanderweg E4 führt über 9100 km, alternativ 11200 km, von Zypern bis nach Tarifa an der Südwestküste der Iberischen Halbinsel. Bis auf wenige Ausnahmen ist dieser Fernwanderweg durchgehend markiert und erschlossen. Einer der Höhepunkte dieser Strecke ist die hochalpine Variante durch Österreich. Diese Route und noch einige kleine Varianten sind der Grund für die unterschiedliche Streckenlänge.

Der E4 ist mit einer Gesamtlänge von ungefähr 10.450 km bei weitem der längste aller Europäischen Fernwanderwege.


Kurzinfo

Zypern - Delphi - Olymp - Rila - Balaton - Alpen - Bodensee - Südfrankreich - Katalonien - Andalusien - Portugal (Algarve)


Larnaka (CY) - Kreta (GR) - Peleponnes (GR) - Meteora Klöster (GR) - Rila Gebirge (BG) - Sofia (BG) - Átránd (H) - Budapest (H) - Balaton (H) - Neusiedler See (A) - Salzkammergut (A) - Nordalpenkamm (alpine Variante) - Bodensee - Schweizer Jura - Rhône (F) - Cevennen (F) - Pyrenäen - Tarragona (E) - Granada (E) - Tarifa (E)

Alternativ: Sevilla - Azinhal - Silves - Sagres

Bildquelle: Werner Hohn via MediaWiki

Zypern

Im November 2005 wurde der E4 auf der Insel Zypern offiziell eröffnet. Der Europäische Fernwanderweg bleibt auf 539 km Länge durchweg im griechischen Teil der Insel.

Die Strecke beginnt am Flughafen von Larnaka und führt bis zum Flughafen von Pafos. Von den Stränden bei Larnaka führt der Weg über den Kiona Gipfel (1423 m) zum Troodos-Gebirge (bis 1951 m). Nach vielen Schleifen bis in den Norden der Insel endet der E4 an der Westküste Zyperns.

Über weite Strecken fehlen noch die Wegmarkierungen oder es sind noch nicht in allen Landesteilen Wanderwege angelegt worden. Noch immer (Frühjahr 2011) verläuft der Weg größtenteils entlang von Straßen. Wanderkarten die den kompletten Routenverlauf enthalten, sollen in naher Zukunft erhältlich sein. Der Umgang mit Karte und Kompass (alternativ GPS) ist auf diesem neuen Fernwanderweg zur Zeit noch erforderlich.

Eine aktuelle Wegübersicht ist auf www.visitcyprus.com verfügbar (siehe Weblinks "Zypern").

 

Griechenland

Ganz im Osten der Insel Kreta, im Dorf Kato Zakros, ist der Start oder auch das Ende des markierten E4 auf seinem Weg quer über die größte Insel Griechenlands. Die Mittelmeerküste verlässt der Wanderweg über Ziros in Richtung der Orno-Berge. Deren höchster Gipfel, der Afendis Stavromenos (1476 m), wird auf dem Weiterweg zur bekannten Lassithi-Hochebene nördlich umgangen. Vor Erreichen dieser Hochebene liegen noch die Berge des Orosaira Dikti (Dikti-Gebirge bis 2000 m). Durch Kastelli und Profitis Illias steigt der E4 in das Psiloritis Massiv an. Über Bergpfade und alte Saumwege wird der Psiloritis, mit 2456 m der höchste Berg der Insel, erreicht. Lange und einsame Etappen führen den E4 weiter nach Westen zum Ort Imbros am Fuß der Levka Ori. Hier teilt sich der E4 in eine nördliche und südliche Variante.

Die nördliche Strecke führt über sehr einsame Wege durch die Berge der Levka Ori. Vorbei am Eingang der Samaria-Schlucht geht es nach nach Sougia an der Südküste der Insel.

                                                                                                                                  



In Hora Sfakion an der Südküste dieser größten Insel Griechenlands trifft die Südroute des E4 wieder auf das Meer. Der Ausgang der Samaria-Schlucht in Agia Roumeli wird auf dem Weg nach Sougia passiert. Jetzt wieder vereint, geht es entlang der Küste nach Paleochora und Vathi in den Norden Kretas nach Kastelli. 480 Kilometer liegen nun zwischen dem Start im Osten der Insel und dem Fährhafen zum Festland.

In der Hafenstadt Gýthion am Lakonischen Golf beginnt der E4 seinen Weg durch den Peloponnes.

Der Fernwanderweg führt bald über staubtrockene Waldwege hinauf zum Taygetos-Gebirge. Zu den Ruinen, Kirchen und Klöstern vom Mistras in den nordöstlichen Ausläufern des Höhenzuges ist es dann nicht weit. Weiter durch das antike Sparta - nach dem Wiederaufbau vor 170 Jahren schmucklos - durch Orangenplantagen und vorbei an Olivenbäumen hinein nach Arkadien. Das im Altertum in ungezählten Berichten und Versen gelobte Arkardien mit seiner hitzeglühenden, verkarsteten Hügellandschaft durchquert der E4 mit dem Ziel Tripolis. Im Menalo-Gebirge (bis 2000m) bieten die Berghütten des Bergsteigerverbandes EOS oftmals die einzige Unterkunft. Immer noch auf 1000m wird hinter Vitina die Landschaft der Peloponnes fast menschenleer. Nur noch fast verlassene und langsam verfallende Dörfer liegen an der Strecke durch die Berge des Aroania-Massivs mit dem Helmos Höhenzug (über 2300 m), bis der E4 Kalavrita erreicht. Nur noch wenige Etappen sind es bis zum Golf von Korinth. Seit Gýthion sind 300 km zurückgelegt, bevor die Fähre aus Egion das Festland südlich von Delphi erreicht.
Kloster Metamorphosis - Meteora

Im Dorf Agios Nikolaos beginnt der über 900 km lange Weg nach Norden zur Stadt Florina. Delphi mit dem Apollo-Orakel liegt schon 600 m über dem Meer. Die Berge im Süden des griechischen Festlandes und besonders in Mittelgriechenland steigen auf dem Weg nach Karpenisi bis auf 2500 m an. Der E4 führt oftmals an alten zur Ruine verfallenen Klöstern und menschenleeren Dörfern vorbei. Unterkünfte sind auf dieser Strecke selten vorhanden. Die gelbe Raute auf weißen Grund als Wegmarkierung fehlt, wie nicht selten in Mittelgriechenland, auf vielen Streckenabschnitten oder ist nur in großen Abständen angebracht. Weiter geht der Fernwanderweg nach Thessalien. Die steilen Bergpfade gehen nun langsam in die Feld- und Wirtschaftswege westlich von Trikala über. Die Felsenspitzen um Kalmabaka und Kastraki beherbergen die weltberühmten Meteora-Klöster - einer der Höhepunkte am E4 in Griechenland. Die Streckenführung ändert sich langsam nach Osten. Deskati ist die letzte größere Ortschaft vor dem Erreichen des Mt. Olymbos, der schon in Makedonien liegt.

Das 20 mal 35 km große Massiv, der "Thron der Götter", mit dem höchsten Gipfel Griechenlands, dem Mýtikas (2918 m), ist durch eine Vielzahl von Wander- und Bergwegen erschlossen. Die Berghütten des EOS sorgen erstmals seit langer Zeit für eine problemlose Unterkunft. Im Weiler Kokkinopilos beginnt der langsame Aufstieg zu den meist wolkenverhangenen Gipfeln des Olymp. Bergab durch die Vithós-Schlucht führt der Europäische Fernwanderweg anschließend nach Litóchoro, das fast schon am Meer liegt. Im antiken Dion ist der E4 erstmals seit dem Kanal von Korinth wieder auf Meereshöhe. Schnell steigt der Weg vom Mittelmeer wieder in die Berge Makedoniens an. Bis nach Florina sind die Maultierpfade, die Wege der Waldarbeiter und Hirten die einsame Begleitung des E4. In dieser nordgriechischen Stadt, die durch durch alte türkische Häuser geprägt wird, wendet sich der E4 jetzt gemeinsam mit dem Europäischen Fernwanderweg E6 nach Osten. Während der E6 bei Néon Petritsi weiter nach Alexandroupolis führt, biegt der E4 zur Grenze nach Bulgarien ab. Im Bereich der Grenze wird die Wegführung zeitweilig geändert.

Die Ostküste Kretas mit dem Startpunkt des E4 liegt nun ungefähr 2000 km zurück.

 


Bulgarien

Noch sind erst 260 km des E4 in Bulgarien realisiert und in der Landschaft markiert.

Vom Grenzübergang in Kulata steigt der Fernwanderweg schnell ins Pirin-Gebirge hinauf. Bis knapp unter 3000 m reichen hier die Gipfel der Berge. Bis auf den Vihren (2915 m) steigt der E4 an. Die alpinen Wege sind sehr gut durch weiß-rot-weiße Balken gekennzeichnet. In Verbindung mit den guten Wanderkarten und der mehrsprachigen Wegbeschreibung des BTU ist der Verlauf des Fernwanderweges eindeutig. Weiter geht es in Richtung der buglarischen Hauptstadt. Die Wegführung bleibt im Rila-Gebirge über weite Strecken auf über 1500 m. Die steilen Auf- und Abstiege der Bergwege enden ebenso wie der E4 kurz vor Sofija.

Die Weiterführung des E4 nach Rumänien ist für die Zukunft geplant.

 


Rumänien

In Rumänien wurde der Europäische Fernwanderweg noch nicht realisiert. In ferner Zukunft soll eine Anbindung an die Strecke in Ungarn erfolgen.

 


Ungarn

In Ungarn startet der E4 gemeinsam mit dem E3, der vom Schwarzen Meer kommt, neu im Grenzort Ártánd. Zunächst geht es in Richtung Norden. Die nun überwiegend leichten Wege in der flachen oder welligen Tiefebene bringen beide Fernwanderwege schnell durch einige sehenswerte Orte zur slowakischen Grenze. Im ungarischen Grenzort trennen sich die beiden Wege wieder. Der E3 überquert die Grenze, während der E4 in Ungarn bleibt. Mit ihren gut ausgeschilderten Wanderwegen sind die Mittelgebirge Nordungarns für einige Tage die Umgebung des Fernwanderweges. Der Kékestetö, mit 1018 m der höchste Berg dieses Landes, wird überquert. Die mit Wäldern überzogenen Hügel und landwirtschaftlich geprägten Täler stehen im krassen Gegensatz zum Trubel der ungarischen Hauptstadt Budapest an der Donau. Vorher überquert der E3 am bekannten Donauknie bei Visegrád den Fluss. Nach dem Verlassen der Metropole ändert sich die Routenführung wieder nach Nordwesten. Nach einer langen Tagesetappe ist Dorog erreicht. Wieder steht ein Wechsel der Himmelsrichtung jetzt nach Südwesten an. Die Höhen der Mittelgebirge bleiben unter 500 m. In der immer flacher werdenden Landschaft geht es durch kleine Bauerndörfer bis zu der am Westufer des Balaton (Plattensee) gelegenen Kleinstadt Készthely. Letztmalig ändert der Wanderweg seinen Verlauf. In wenigen Tagen geht es in nordwestlicher Richtung über gut markierte Wege - wie meistens in diesem Land - nach Österreich.

An der Grenze in Köszeg liegt der Neustart des E3 an der Grenze zu Rumänien über 1300 km zurück.

 


Österreich

Zwei unterschiedliche Routen nimmt der E4 durch Österreich. Die 740 km lange Wegführung entlang des nördlichen Alpenrandes ist für Wanderer ohne spezielle hochalpine Ausrüstung begehbar. Die um einiges längere und anspruchsvollere alpine Route durchquert die Alpen auf oftmals sehr anstrengenden Hochgebirgswegen.

Gemeinsam starten beide Varianten hinter der Grenze in Mannersdorf. Die Wegekennzeichnung der österreichischen Weitwanderwege bringen den E4 zunächst nach Nordwesten. Nach wenigen Etappen biegt der Weg jedoch ganz nach Norden ab. Somit wird Ungarn, das auf dem direkten Weg zum Neusiedler See liegt, umgangen. Die Wald- und Feldweg im Osten Östereichs bleiben für viele Tage die Begleitung des Fernwanderweges. In Rust, das auf nur 125 m liegt, teilt sich der Europäische Fernwanderweg in die Hauptroute und in die alpine Variante.

Mit dem Schiff geht es von Mörbisch nach Illmitz über den Neusiedler See. Wieder an Land geht es entlang des östlichen Seeufers weiter Richtung Bratislava. Vor dem Erreichen der slowakischen Hauptstadt biegt der E4 über Kittsee und Hainburg nach Westen ab. In Hainburg kommt der E8 hinzu. Die Wege im Bereich der Donau sind bis zur Hauptstadt überwiegend flach und führen durch eine von der Landwirtschaft stark genutzte Region.

In Wien trennen sich beide Fernwanderwege wieder. Der E8 schwenkt auf seinem Weg nach Irland Richtung Norden ab, der E4 führt durch die Wiener Hausberge nach Westen. Der Europäische Fernwanderweg wird ab Perchtoldsdorf über die südliche Variante des Voralpenweges (Weitwanderweg 04) geführt. Zunächst durch Mittelgebirge geht es in die Berge der Voralpen bis auf eine Höhe von maximal 1400 m. Helenthal, Hoher Lindkogel, Hocheck sind die Stationen auf dem Weg ins Gölsental und über Hainfeld weiter bis nach Wilhelmsburg. Die Strecke führt weiter über Plankenstein mit seiner Burg nach Scheibbs. In diesem Dorf kreuzt der E6, der aus Deutschland kommt, den E4.

Immer durch die Berg- und Hügellandschaft der nördlichen Alpen geht es nach Waidhofen an der Ybbs und weiter über Ternberg und Molln nach Steyerling. Vorbei an den Nordhängen des Toten Gebirges kommen die Seen des Salzkammergut immer näher. Nach dem Verlassen von Ebensee am Traunsee geht es zunächst wieder aufwärts ins Höllengebirge (max. 1800 m). Die ruhige Landschaft vor Salzburg ist die letzte Region in Österreich, die der Fernwanderweg durchquert. In Salzburg kreuzt der E10 (Finnland - Spanien) . Wenige Kilometer hinter der zum Weltkulturerbe zählenden Stadt endet die Hauptroute des E4 in Österreich.

 


Österreich alpin

Die alpine Variante des E4 beginnt in Rust am Neusiedler See. Die rot-weiß-roten Querbalken des österreichischen Nordalpen-Weitwanderweges (Weiterwanderweg 01) sind jetzt die Markierung des Fernwanderweges. Auf dem langen Weg zum Bodensee (1100 km) werden bekannte Hochgebirgsregionen wie das Tote Gebirge, Hochkönig oder das Karwendelgebirge überquert.

Nach einigen Etappen durch das Rosaliengebirge und über den Semmering (knapp 1000 m) kommen die Raxalpe (erstmals über 2000 Höhenmeter im hochalpinem Gelände - Schwindelfreiheit erforderlich!) und die Hohe Veitsch (1982 m) in Sicht. Hier kommt der E6 auf seinem Weg - ebenfalls aus Griechenland - hinzu. Vor Erreichen des Hochschwab trennen sich die Fernwanderwege wieder: der E6 zieht auf seiner Route nach Finnland weiter gen Norden. Vom Hochschwab (2277 m) führen die Bergwege hinunter nach Eisenerz. Die bisher schon über weite Strecken schwere Tour erfährt in der Überquerung der Gesäuseberge und dem anschließenden Toten Gebirge nochmals eine Steigerung. Ab Bad Goisern gibt es eine etwas weniger anspruchsvolle Ausweichroute, die am Hallstädter See vorbei bis nach Werfen verläuft. Auf weiterhin hochalpinen Wegen überquert die Hauptroute ab Hallstadt das Dachsteinmassiv (eine Alternativroute führt vergletschert über den Hohen Dachstein, 3004 m) - die versicherten Steige (Steinerscharte 2720 m) sind den Hochalpinisten vorbehalten - ebenfalls bis nach Werfen. Es geht wieder den Berg hinauf zum vergletscherten Hochkönig (2941 m) und weiter in das Steinerne Meer, wobei dieser hochalpine Übergang mit 10-12 Stunden Gehzeit ohne Hütte am Weg eine der Schlüsseletappen ist. Der E4 kreuzt hier den Weg des E10, der in ferner Zukunft in Spanien enden soll. Die Loferer Berge und das Kaisergebirge werden noch überquert, bevor in Kufstein am Inn die Strecke für kurze Zeit endlich flacher wird.

Die Anstiege zum Rofangebirge setzten in gewohnter Weise den Weg fort. Die seit Eintritt in die Ostalpen erforderliche alpine Ausrüstung wird auch weiterhin für den Weg über den Achensee mit der sich anschließenden Überquerung des Karwendelgebirges gelegentlich nützlich sein. Kurz berührt der Fernwanderweg Deutschland. Der Zugspitzgipfel (2963 m) wird erreicht. Von Werfen bis nach Ehrwald gibt es unter Umgehung des Zugspitzmassivs eine Ausweichstrecke. Im Ehrwald kommt der Weg wieder nach Österreich zurück. Nach dem Fernpass (1209 m) steigen bei der Seescharte (2599 m) die Höhen wieder auf über 2500 m an. Bis zur Memmiger Hütte verlaufen E4 und der Europäische Fernwanderweg E5 für kurze Zeit gemeinsam nach Norden. Durch die gleichnamigen Alpen führt der Lechtaler Höhenweg - vermutlich der anspruchsvollste Abschnitt des Weges überhaupt - den E4 hinunter nach Zürs am Arlberg. Die Region um den Bregenzer Wald und die Stadt Dornbirn sind die letzten Stationen vor Bregenz am Bodensee.

Die zum Teil ausgesetzten Wege erfordern im gesamten Wegverlauf zwischen Rax (Niederösterreich) und Freschenstock (Vorarlberg) immer wieder Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und sind teilweise nur bei sicheren Wetterbedingungen zu empfehlen. Bei Vereisung können Steigeisen, Pickel und Bergseil notwendig sein, obwohl die Wegführung an sich keine technischen Hilfsmittel erfordert! Alpine Ausrüstung wie festes Schuhwerk, Biwaksack und ausreichend Wasservorräte (in den Kalkalpen sind Quellen oft rar) sind unbedingt anzuraten. Außerdem ist zu empfehlen, zumindest die Schlüsseletappen in Begleitung anzutreten.

Nach Meinung vieler Bergwanderer und Hochtourengeher ist die alpine Variante des E4 einer der schönsten, mit Sicherheit aber der anspruchsvollste Fernwanderweg in Europa.

 


Deutschland

Nach dem Grenzübergang in Bayerisch Gmain, geht der E4 ins Berchtesgadener Land über. Ab Inzell und Ruhpolding wird der Fernwanderweg auf der Route des Maximiliansweges weiter geführt. Durch die Chiemgauer Alpen steigt der Weg wieder an. Vorbei an Hochfelln und dem Hochgern (1744 m) führt die Strecke über aussichtsreiche Bergwege zur bekannten Kampenwand (1669 m). Hinunter nach Hohenaschau, wieder hoch zum Hochries (1563 m) mit dem gleichnamigen Haus, geht es ins Inntal bei Brannenburg. Der Wendelstein (1838 m) wird an seiner Nordseite umgangen, da der Maximiliansweg über die Mitteralm (ca. 1200 m) und Fischbachau zum Schliersee und zum Tegernsee weiterführt. Weiter über die Wege der Tegernsee Berge nach Lenggries. Das nächste Ziel, der Walchensee, wird über die Tutzinger Hütte und den Herzogstand (1731 m) erreicht. Das Eschental und die Asamklamm werden durchquert. Hinter Unterammergau sind die Berge des Ammergebirges, mit dem Tegelberg-Haus, für einige Etappen die Umgebung des E4. Vom auf 1707 m liegenden ehemaligen Jagdhaus von Maximilian II., geht es vorbei an Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau, nach Füssen am Forgensee. Die Schlösser Ludwigs II., bleiben auf dem Weiterweg nach Pfronten an der Vils, dem Unterjoch, Hindelang und Sonthofen, zurück. In Sonthofen kommt der E5 hinzu. Vorbei an der Nagelfluhkette, erreichen die beiden Fernwanderwege vor Hittsau wieder Österreich. Der Maximiliansweg (Länge 359 km) führt weiter nach Lindau und bleibt auf der deutsche Seite der Grenze. Der E4 führt über die Wege des Bregenzer Wald weiter bis nach Bregenz am Bodensee. Hier trennen sich der E4 und der E5 wieder.
Die Entfernung zur deutsch/österreichischen Grenze im Berchtesgandener Land, beträgt insgesamt 550 km.

 


Schweiz

Den Rhein und damit die Grenze zur Schweiz überquert der E4 gemeinsam mit dem E5 in Rheineck. Die Wege entlang des Südufers des Bodensees über Arbon, Romanshorn bis nach Kreuzlingen sind nach den Bergen der Alpen ohne anstrengende Auf- und Abstiege. In Kreuzlingen kreuzt der E1 auf seiner Route zum Gotthard den E4. Auf den Uferwegen entlang des Untersees führt der Weg von Ermatingen über Steckborn bis nach Stein am Rhein. Hier verlässt der E4 das Rheintal, während der E5 in der Nähe des Flusses bleibt.

Durch die hügelige Landschaft nördlich von Winterthur und Zürich wird über Truttikon, Dorf und Bülach Dielsberg erreicht.

Hier beginnt der Jurahöhenweg. Dieser Schweizer Weitwanderweg bleibt bis zum Verlassen der Schweiz der Begleiter des E4. Die Streckenführung über Baden, Brugg und Staffelegg bleibt bis Hauenstein unter 1000 m. Beim Überqueren der Belchenfluh werden erstmals wieder 1000 m erreicht. In Balsthal (485 m) geht es steil aufwärts zum Weissenstein (1284 m). Der Wanderweg bleibt überwiegend auf dem Kamm der Jurakette. Die Bergkette der Alpen mit ihren Viertausendern kommt dabei immer wieder ins Blickfeld. Langsam steigen die Bergwege über Hofbergli zum Dilitschchopf (1333 m) an. Hinter Hasenmatt (1444 m) und dem Oberen Grenchenberg (1348 m) wird die Sprachgrenze überquert. Zunächst bleibt es noch zweisprachig. Nach Frinvillier (532m) nördlich von Biel (Bienne) führt ein steiler Abstieg. Während des Aufstiegs entlang der Südseite der Jurakette über Orvin (700 m) zum Place centrale (Zentralplatz) auf 1288 m und weiter zum Massiv des Chasseral kommen der Bieler See, Lac de Morat (Murtensee) und der Lac de Neuchâtel immer wieder ins Blickfeld. Der Europäische Fernwanderweg bleibt bis Ste-Croix die meiste Zeit zwischen 800 und 1100 m. Kurz vor Ste-Croix ist der Chasseron mit 1607 m der vorläufige Höhepunkt. Entlang der Grenze zu Frankreich geht es weiter nach Südwesten. Die Bergwege des Jura führen über Vallorbe zum Lac de Joux. Hier beginnt der Anstieg zum höchsten Gipfel der Schweizer Jurakette. Zum Mont Tendre (1679 m) steigt der Fernwanderweg langsam an. Nach einigen Etappen auf oftmals menschenleeren Wegen ist St-Cergue der letzte größere Ort in der Schweiz erreicht. Hinauf zur Bergkette des La Dôle (1677 m) führen der E4 und der Jurahöhenweg gemeinsam. Beim Chalet de la Dole biegt der Höhenweg in Richtung des Genfer Sees ab.

Der E4 verlässt bei Petit Sonnailley nach 420 km die Schweiz.

 


Frankreich

Die gelbe Wegmarkierung in der Schweiz, wird nach dem Überschreiten der Grenze nach Frankreich durch die rot-weiße Kennzeichnung der französischen Weitwanderwege ersetzt. Das System der Grand Randonnee bringt den E4 auf etwa 1100 km bis zur Grenze nach Spanien.

Mit Fernsichten bis zum Genfer See verläuft die Route gemeinsam mit dem GR9 auf dem Kammweg des Parc Naturel Regional du Haute Jura nach Süden. Durch Savoyen mit dem Plateau de Retord (1322m), den Montagne du Grd. Colombier wird in Culoz die Rhône erreicht. Der Wanderweg wechselt über die Pont de la Loi auf das linke Ufer der Rhône. Gemeinsam mit dem französischen Jakobsweg, der Via gebennensis (Genf - Le-Puy-en-Velay, GR65), geht es nach Chanaz. Die Weinberge bei Jongiuex liegen auf der Stecke nach Yenne. Nach den Berg- und Panoramawegen an den Steilhängen der Rhône trennt sich der GR65 vom E4. Zwischen Chambery im Osten und dem Lac d'Aiguebelette im Westen gelangt der GR9/E4 durch das Massif de la Chartreuse nach Grenoble. Danach ändert sich die Streckenführung an den Nordwesthängen und Tälern des Vercors nach Südwesten. Der Col de Bacchus (980 m) liegt am Weg zur Drôme. In Saillans überquert der E4 den Fluss. Am Mt. Rachas (898 m) erfolgt der Wechsel auf den GR429. Durch den Bois de Grignan führt der Weg weiter zur Rhône. Ein Wegwechsel erfolgt zum gegenüberliegenden Ufer nach Viziers. Mit dem kurzen Streckenabschnitt des GR42 gelangt der E4 über das Plateau des Gras zur Ardeche. Im tiefen und engen Tal der Ardeche wird nochmals der Weg gewechselt. Nach einigen Etappen über den GR4 ist Villefort erreicht. Die lange und anstrengende Tour durch die Chevennen beginnt mit der rot-weißen Markierung des GR7. Die meist quer zur Hauptrichtung verlaufenden Hügelketten ergeben ein stetes Auf- und Absteigen des Wanderweges. Bis zum Observatorium auf dem Mont Aigoual (1567 m) geht es hinauf. Der E7 gesellt sich ab hier dazu. In Montdardier bleiben die Wege der Cevennen endgültig zurück. Es geht vorbei am 400 m tiefen "Krater" des Cirque de Navacelles weiter nach Lodeve.

Hier, nicht weit von der Küste des Mittelmeeres entfernt, ist der E4 endgültig im Süden Europas angekommen. In der Gebirgslandschaft der Region Haut Languedoc ist vom Trubel der nahen Sandstrände nichts zu spüren. Immer noch mit dem E7 zieht der E4 einsam nach Westen. Die Waldwege in den Monts de L'Espinouse steigen nochmals auf 700 bis 800 m an. Am Pic de Nore (1210 m) in den Montagne Noire trennen sich die beiden Europäischen Fernwanderwege wieder. Ein erneuter Wechsel auf einen anderen französischen Weitwanderweg findet gleichfalls statt. Jetzt ist es der GR36 der über Conques-sur-Orbiel nach Carcassonne (ca. 100m) führt. Die Stadt mit der vollständig erhaltenen mittelalterlichen Befestigung verlässt der E4 zunächst nach Osten. Die Südrichtung wird auf dem Roc de l'Aigle (700 m) wieder eingeschlagen. Durch das Land der Katharer mit seinen alten Dörfern und Burgen erreicht der E4 die Ausläufer der Pyrenäen. Vorbei an der Abtei St. Michel (hinter Prades) führt der GR36 in einem weiten Bogen auf den Pic du Canigou, der mit 2784 m die höchste Erhebung dieser Gegend darstellt. Der Pyrenäenhöhenweg (GR10) begleitet nun den E4 und GR36 bis zum Grenzort Bourg-Madame.

 


Spanien

Castell de Sant Jordi d'Alfama (Kastilien)
Vom spanischen Grenzort Puigcerda steigt der E4 zusammen mit Weitwanderweg GR4 zu den Bergen der katalanischen Pyrenäen an. Die Straßenschilder sind hier oft zweisprachig. In dieser von einem starken Selbstbewusstsein - beinahe ein Nationalbewusstsein - geprägten Region ist die Dominanz der katalanischen Sprache nicht zu übersehen. Höhen von über 2500 Metern erreichen die Berggipfel im Wintersportgebiet der Serra de Moixeró. In den ausgedehnten Wäldern am Südwestrand der Pyrenäen nehmen die Höhen der Berge ab. Die Bergwege werden auf der Route über Berga und Sant Pau de Pinos zum Kloster Montserrat (1236 m) immer häufiger durch die Wirtschaftwege der Bauern und Waldarbeiter ersetzt. Der Fernwanderweg verlässt nun mit dem GR172 die Klöster und Kirchen mit dem Ziel Tarragona. Nach über 6500 km (Kanal von Korinth in Griechenland) erreicht der E4 nun wieder das Mittelmeer. Nach wenigen Etappen auf dem GR92 entlang der Costa Daurada zwischen Tarragona und Amposta geht der Weg nahe der Grenze zur Autonomen Region Valencia wieder ins bergige Hinterland. Genauer: Vom Mündungsdelta des Ebro steigt der E4 in die Serra de Montsant hinauf. Hier erfolgt der Wechsel zum GR7. Fortan begleitet dieser spanische Weitwanderweg den E4 bis zum Ende bei Gibraltar.

Die Wege in den Bergen nahe der Provinzgrenze zu Aragón werden selten von Menschen begangen. In vielen Dörfern dieser Region sind Unterkünfte nicht vorhanden - ein Merkmal vieler spanischer Gebirgslandschaften. Auch fehlt die Wegmarkierung an vielen Stellen, oder der Zugang zum Wanderweg wurde vom Grundbesitzer gesperrt. Weiter zieht der E4 über die Bergkette der Alto Mijares (bis 1310 m), anschließen vorbei am Stausee Arenoso und durch das Hinterland von València nach Elche.

Die katalanische Sprache wird spätestens nach dem Überschreiten der Grenze zur autonomen Provinz Murcia durch Kastilisch (Spanisch) ersetzt. Die kahle und zum Teil wüstenartige Berglandschaft wird gelegentlich durch einsame Dörfer und endlose Gewächshäuser unterbrochen. Vorbei an den wenigen großen Bauerndörfern wie Calasparra und Moratalla entlang der Rambla de la Rogativa (ausgetrocknetes Bachtal) führt der E4/GR7 zum Gipfel des Almacilón (1412 m).

Hier wird die Grenze nach Andalusien überschritten. Nach den trockenen Hügel zwischen Huéscar und Baza ist der Picón de Gor (2271 m) das nächste Ziel. Mit dem Abstieg nach Charches ist endgültig die Sierra Nevada erreicht. Früh im Jahr sind die Wege dieser Bergkette oftmals noch unter hohem Schnee begraben. Über den 1993 m hohen Pass Puerta de la Ragua geht es weiter in die südlichen Ausläufer der Sierra Nevada. In Byárcal biegt der E4 wieder nach Westen ab. Die südlich des Hauptkamms gelegene Landschaft der Alpujarras bietet neben grünen und fruchtbaren Tälern und kargen, vor der Sonne ungeschützten Berghängen nach langer Zeit wieder grüne Wiesen und Wälder. Mit Trevélez (1470 m) wird das angeblich höchstgelegene Dorf Spaniens erreicht. Hinter dem Kurort Lanjaón - endgültig in Albunuelas - verlässt der Fernwanderweg die Alpujarras. Bei Antequera zweigt die Route zum Parque Natural del Torcal ab. Das Felslabyrinth des El Torcal zählt zu den am meisten besuchten Wandergebieten in Andalusien. Das auf einem Felsplateau liegende Städtchen Ronda liegt auf dem Weg nach Ubrique. Hier biegt der E4 endgültig nach Süden ab. Über Jimena de la Frontera und Los Barrios endet in Algeciras dieser Europäische Fernwanderweg wieder am Mittelmeer.

Zurück, bis zur Grenze nach Frankreich, sind es über 1640 km.

 

 

Portugal


In Portugal bildet der GR13, besser bekannt als Via Algarviana, seit einigen Jahren den westlichen Abschluss des E4. Dieser240 km lange Weitwanderweg führt durch das Hinterland der Algarve und endet in Sagres an der Atlantikküste.

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel E4 aus der freien Enzyklopädie Outdoor Wiki von Wikipedia. In wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.(bearbeitet durch: ir/cp 98)

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