Wandern Aktiv

E10 - von Nuorgam bis Tarifa

  • Länder: Finnland, Deutschland, Tschechien, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien
  • Länge: ca. 2.880 km

 

Der E10 soll den Norden Finnlands, mit dem Süden Spaniens verbinden. Der gesicherte Verlauf beginnt heute auf der Insel Rügen in Deutschland. Eine durchgehende Route dieses Fernwanderweges ist bis Italien gewährleistet. Auch in Spanien ist der E10 über weite Strecken vorhanden

Der Europäische Fernwanderweg E10, ist auf dieser Strecke durch Mitteleuropa über mehr als 2800 km beinahe durchgehend markiert oder beschrieben.

 

Kurzinfo

Lapland - Ostsee - Brandenburg - Böhmerwald - Alpen - Iberische Halbinsel

Nuorgam (FIN) - Helsinki (FIN) - Rügen (D) - Potsdam (D) - Zittau (D) - Prag (CZ) - Pisek (CZ) - Kalkalpen (A) - Osttirol (A) - Bozen (I) - (...) - Katalonien (E) - Valencia (E) - Murcia (E) - Andalusien (E)

Leuchttürme auf Kap Arkona/Rügen.
By Werner Hohn, [GNU-Lizenz] via MediaWiki

 


Finnland

Der E10 ist in Finnland über weite Strecken noch nicht in der Landschaft umgesetzt worden. Die gesamte Wegstrecke von über 2300 km ist bisher nur in der Literatur beschrieben worden. Im Süden, sowie ganz im Norden, sind zwischenzeitlich einige Etappen markiert worden. Der E10 bleibt bis zur Ostseeküste, überwiegend im Bereich der Grenze zu Russland.

Der Umgang mit Karte und Kompass, verbunden mit einem guten Orientierungsvermögen, sind in weiten Teilen dieses Landes erforderlich. Für eine durchgehende Wanderung müssen mehrere Lebensmitteldepos angelegt werden. Zum zweiten Europäischen Fernwanderweg in Finnland, dem E6, sind vielfach Ost-West-Verbindswege angelegt worden.

Im Nuorgarn an der Grenze zu Norwegen beginnt der E10 seinen Weg durch Finnland. In der einsamen Landschaft Lapplands sind die Wildmarkütten - neben dem mitgeführtem Zelt - oftmals die einzige Unterkunftsmöglichkeit für die Nacht. Zunächst führt der E10 nach Inari am gleichnamigen See. Saariselkä, Tulppio werden auf dem Weg nach Salla nahe der russischen Grenze durchquert. Der Fernwanderweg geht weiter nach Posio, Puolanka und Hyrynsalmi. Langsam erreicht der E10 den Bereich der finnischen Seen. Bis in den Süden des Landes reiht sich nun ein See an den Anderen. Der Weg wird sehr oft über Bohlen oder Stege weiter geführt. Die nächsten Orte sind Kofi, Joensuu und Imatra, direkt an der Grenze. Von Lappeenranta ist es nicht mehr weit bis zur Ostseeküste bei Hamia.

Der Abschluss, und die Verbindung zur finnischen Hauptstadt Helsinki, stellt der Königsweg (Fernstraße Helsinki - St. Petersburg) her. Von Helsinki wird der E10 noch bis Hanko geführt.

Von Helsinki oder Hanko geht es mit der Fähre über die Ostsee nach Deutschland, zur Insel Rügen.

 

Deutschland

Auf Rügen, Deutschlands größter Insel, setzt der Europäische Fernwanderweg E10 seine Route nach dem Überqueren der Ostsee fort. Bis zum Ende der deutschen Teilstrecke dieses Fernwanderweges, bleibt die Route immer im Osten des Landes. Die ersten Höhenmeter fallen ganz am Ende der über 750 Kilometer langen Route an.

Der E10 startet ganz im Norden der Insel, am Kap Arkona mit seinen beiden Leuchttürmen. Das nächste Ziel ist der ehemalige Fischerort Vitt. Immer entlang der Ostseeküste führt die weiß-blau-weiße Markierung den Weg nach Breege. Die Wegführung wechselt nun von der Ostseeküste an die Uferseite des Jasmunder Bodden. Über die schmale Landzunge "Schaabe" wird bei Lohme wieder die Küste reicht. Entlang der berühmten Kreidefelsen an der Steilküste im Nationalpark Jasmund, geht es weiter nach Sassnitz mit seinem Fährhafen. Nochmals kommt die Wegführung zum Jasmunder Bodden und ins Innland zur Inselhauptstadt Bergen. Von dort weiter nach Putbus und in einem langgezogenen Bogen zum Rügendamm, der Verbindung zum Festland.

In der Stralsund kreuzt der Europäische Fernwanderweg E9 die Route des E10. Von der Hansestadt bis nach Strasen im südlichen Mecklenburg-Vorpommern, ist der E10 noch nicht realisiert worden. In Strasen am Gorßen Pölitzsee teilt sich der Fernwanderweg in eine westliche und eine östliche Route durch Nordbrandenburg.

Die westliche Route führt über Rheinsberg am gleichnamigen See, durch die Ruppiner Heide nach Neuruppin. Entlang des Ruppiner See geht es weiter über Wustrau zum Bützsee. In Brieselang westlich der Hauptstadt Berlin, kommt die östliche Route hinzu.

Die östliche Variante des E10 führt von Strasen zunächst nach Fürstenberg in der Uckermark. Weiter geht es Richtung Süden über Dannenwalde und Zehdenick nach Hohen-Neuendorf nördlich von Berlin. Ein weiter Bogen nach Westen ermöglicht die Umgehung der Großstadt. Nach Henningsdorf wird der Havelkanal über quert. Anschließend ist es nicht mehr weit bis zur westlichen Variante des E10 in Brieselang.

Nun wieder als eine Route geht es in den Bereich der Havel. In Werder biegt die Strecke nach Potsdam ab. Hier kreuzt der E11, auf seine Route von Holland nach Polen, den Weg des E10. Durch Trebbin und Zossen kommt der Wanderweg ins Städtchen Groß-Köris im Naturpark Dahme-Heideseen. Übergangslos schließt sich das Biosphärenreservat Spreewald an. Lübbenau, Burg im Spreewald sind die nächsten Orte auf dem Weiterweg nach Cottbus. Nach Verlassen der Stadt wird der E10 über Spremberg nach Bad Muskau an der Grenze zu Polen geführt.

Der Fernwanderweg its jetzt schon in Sachsen angekommen. Die Route führt nun geradewegs nach Süden in die Muskauer Heide, und weiter nach Niesky und Löbau. Hier, im Lausitzer Bergland, stehen die ersten Steigungen seit dem Start der E10 im Hohen Norden Europas an. Über den Oberlausitzer Bergweg wird dann Deutschland über Neugersdorf und Seifhennersdorf verlassen.

 

 

Tschechien

Von Varnsdorf, dem ersten Ort in Tschechien, führt der Europäische Fernwanderweg E10 in fast direkter Linie von Norden nach Süden durch die Republik. Auf dieser Strecke erschließt sich die Vielfalt von Landschaft und Kultur dieses Landes. Neben der sehr guten Markierung der Wanderwege - einer der besten in Europa -, sind Wanderkarten flächendeckend erhältlich, und ermöglichen die durchgehende Wegführung des E10 bis nach Österreich.

Vom Grenzübergang geht es nach Melnik an der Elbe. Hier, in dieser Stadt, mündet die Moldau in den Fluss. Die aktuellen Wanderkarten des Klub ceskych turistu (KCT) geben an, dass für die Querung der Tiefebene von Melnik nach Roudnice nad Labem der Linienbus benutzt werden sollte. Von Roudnice gibt der Lauf der Moldau flussaufwärts gibt die grobe Richtung des Fernwanderweges vor. Über den "heiligen Berg" der Tschechen, alleinstehenden Vulkankegel Rip südlich von Roudnice, führt der Weg bis nach Prag. Erneut gibt die Moldau die Richtung vor. Weiter geht es durch das Hügelland zwischen der Hauptstadt und Pisek, bis bei Ceské Budejovice der Bachlauf verlassen wird. Der E10 steigt langsam in den Böhmerwald hinauf. Nach ungefähr 500 km endet der E10 in Studánky an der Grenze zur Alpenrepublik.

 


Österreich

Nach dem Grenzübertritt geht es durch den Sternwald nach Bad Leonfelden. Hier trifft der E10 auf den E6 (Finnland - Griechenland), auch ändert sich nun die Wegführung nach Nordwesten. Beide Fernwanderwege bleiben bis Aigen zusammen. Ab Aigen verläuft der Europäische Fernwanderweg E10 auf der Route des Rupertiweg, der das Land von Norden nach Süden durchquert. Die nächsten Stationen sind Oberkappel an der Grenze zu Deutschland, der Rannastausee und Niederranna an der Donau. Am anderen Flussufer geht es weiter nach Zell a. d. Pram, Maria Schmolln, Mattighofen und Ostermiething bis zur Mozartstadt Salzburg. In dieser Satdt kreuzt der E4 kurz die Route des E10.

Von der Landeshauptstadt kommt der E10 nochmals für eine kurze Strecke nach Deutschland. Von Berechtesgaden, vorbei am Königsee, hinauf zum Steinernen Meer - schon wieder in Österreich - geht der Weg nach Saalfelden.

Die Dientener Berge werden auf dem Weg nach Taxenbach überquert. Anschließend geht es durch das Rauristal nach Rauris. Der Weiterweg führt durch die östlichen Ausläufer der Hohen Tauern, über die Seebachscharte, nach Bad Hofgastein (858 m). Zwischen Goldberggruppe und Ankogelgruppe kommt der Weitwanderweg nach Sportgastein und Mallnitz (1190 m).

Neben Trittsicherheit und Erfahrung, ist auf einigen Streckenabschnitte durch die anschließende Reißeckgruppe, eine Hochtourenausrüstung erforderlich. Der Europäische Fernwanderweg steigt in diesem Gebiet bis auf 2780 m an. Vorbei an den Reißeckseen, sowie über die Roßamlscharte, wird Spittal an der Drau erreicht. Über die Wald- und Bergwege der Latschurgruppe geht es weiter zum Weißensee und nach Hermagor. Hier trennt sich der E10 vom Rupertiweg.

Der Südalpenweg 03 übernimmt die Weiterführung dieses Fernwanderwegs. Nach Westen - immer dicht entlang der Grenze zu Italien - ändert sich die Wegführung nun. Die Karnischen Alpen werden über Kotschach (798 m), dem Hochweißsteinhaus, der Hochspitz (2580 m) und Eisenreich (2665 m) durchquert.

Nach über 900 km verlässt der E10 bei Sillian, Österreich.

 


Italien

In Italien ist die Route des E10 nur über eine Länge von 240 Kilometer realisiert. Die Verlängerung vom bisherigen Ende in Bozen, bis nach Frankreich ist für die nächste Zukunft nicht vorgesehen.

Nach dem Überschreiten der Grenze zwischen Österreich und Italien, wird der Weg durch das Pustertal (Val Pusteria) durch Südtirol weitergeführt. Über lokale Wanderwege geht es über Toblach (Dobbiaco) bis nach Bruneck (Brunico). Anschließend erfolgt der Aufstieg über das Astjoch (2196 m) nach Naz (891 m) und nach Brixen (Bressanone) im Eisacktal. Nach dem Überqueren der Brenner-Autobahn, steht der Anstieg zur Klausener Hütte (1921 m) und zum Gasteiger Sattel (2057 m) in den Sarner Alpen, an. Das Rittner Horn (2260 m) ist der letzte große Gipfel vor dem Erreichen der Landeshauptstadt Bozen (Bolzano). Hier endet die italienische Variante des E10.

 


Frankreich

Der Streckenverlauf durch den Süden Frankreichs, entlang der Côte d'azur und weiter bis zu den Bergen der Pyrenäen, ist noch nicht umgesetzt worden. Eine endgültige Wegführung über die vorhandenen Weitwanderwege Frankreichs, denGrande Randonnée, bleibt der Zukunft vorbehalten. Auch fehlen in vielen Landstrichen im Hinterland der Mittelmeerküste markierte Wanderwege.

 


Spanien

Mit dem Grenzübertritt nach Spanien nimmt der E10 auf dem GR92, auch als Senda del Mediterraneo bekannt, seinen Weg wieder auf. In Katalonien bleibt der E10 so weit wie möglich, immer dicht an der Mittelmeerküste, einzig Barcelona wird umgangen.

Vom Grenzort Portbou geht es entlang der zerklüffteten Küste der Costa Brava, ums Cap de Creus, zum Dorf Cadaqués. Am anschließenden Golf von Roses beginnt die vom Tourismus geprägte Küstenlandschaft. Bekannte Dörfer und Touristenzentren wie Roses, Palamos und Lloret de Mar liegen nun an der Route des GR92. In Blanes biegt der Fernwanderweg über Tordera ins Hinterland ab. Für mehrere Etappen bleibt das weitgehend unbekannte, jedoch von den Wohnsiedlungen der ausufernden Stadt Barcelona bedrohte Hinterland, die Umgebung des E10. Nach Umgehung der Millionenstadt wird die Mittelmeerküste erst wieder bei Sitges erreicht. Schon nach wenigen Kilometern Richtung Südwesten, ist erneut das bergige Hinterland das Ziel. In einem langezogenen Bogen kommt der Wanderweg über die Hügel und Berge nach Tarragona, un damit wieder zur Mittlemeerküste. Erneut sind bekannte Touristenziele wie Gambrils, l'Hospitalet de l'Infant sowie l'Ametila de Mar das Ziel. Bei der Siedlung l'Ampola verlässt der E10 die Küste, um auf direktem Weg den Ebro zu erreichen. Dieser wird in der Stadt Amposta überquert. Kurz darauf endet der GR92/E10 in Ullecona, nach 580 km durch Katalonien, an der Grenze zur Provinz Valencia.

Erst in der Provinz Murcia ist der Europäische Fernwanderweg wieder real vorhanden. Auch in dieser spanischen Region wird der E10 über die Strecke des GR92 (Sendero Mediterráneo) geführt. Das küstennahe Städtchen San Pedro del Pinatar ist der Beginn der 163 km langen Route, die sich sehr dicht an den Küstenverlauf hält. Das nahezu komplett mit Hochhäusern zugebaute Mar Menor wir auf der Landseite umgangen. Diese Touristenhochburg bleibt nach dem Erreichen des Cabo de Palos zurück. Hier beginnt die Costa Cálida - eine von den Urlauberströmen noch nicht so stark frequentierte Küste. In Cartagena führt der E10 am größten Militärhafen Spaniens und an endlosen Kaserenen vorbei. In den Sierra de la Muela liegt diese Kleinstadt dann schon zurück. Entlang der kahlen und heißen Berge dieser Landschaft und vorbei an einsamen Stränden, geht es über Puerto de Mazarròn bis nach Águilas an der Grenze zu Andalusien. Die Wegmarkierung entlang der Küste ist auf vielen Abschnitten lückenhaft, oder der Zutritt wurde in der Zwischenzeit gesperrt. Vielerorts wird bei der Routenführung auf staubige und einsame Strandwege ausgewichen.

In Andalusien sind mittlerweile 170 Kilometer des Sendero Mediterráneo und damit auch des E10 vorhanden. In San Juan de los Terros beginnt der Weg entlang der Küste. Bevor das Naturschutzgebiet am Cabo de Gata erreicht wird, werden die Städchen Garrucha und Carboneras durchquert. In den Sieerra del Cabo de Gata führt der E10 über staubige Straßen und Wege zu den Dörfern Las Negras, Los Escullos und San José. Über den San Miguell (344 m) geht es zum Leuchtturm am Cabo de Gata. Die lückenhafte Wegmarkierung beginnt hinter der Hafenstadt Almeria im Ort Aguadulce. Über Strandwege und befestigte Prommenden wird der Fernwanderweg nach Roquetas de Mar geführt. Nach Verlassen der Stadtgrenzen verliert sich der Weg zwischen den endlosen Treibhäusern. Die Gewächshäuser aus Plastikfolie decken den Küstenbereich zwischen Almeria und Adra flächendeckend zu. In Adra am Fuß der Sierra Nevada, endet heute die gekennzeichnete Strecke des E10.

 

Der E10 in Roquetas de Mar/Spanien

By Werner Hohn, [GNU-Lizenz] via MediaWiki

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel E10 aus der freien Enzyklopädie Outdoor Wiki von Wikipedia. In wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.(bearbeitet durch: ir/cp 98)

Anfrage