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Wandern Auf den Ochsenkopf

Ochsenkopf.jpg Der Ochsenkopf ist der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges mit einer Höhe von 1024 Metern. Auf dem Gipfel befindet sich ein Aussichtsturm (Asenturm) sowie ein Sendeturm für UKW- und Fernsehprogramme des Bayerischen Rundfunks. Naturräumlich gehört er zur Haupteinheit Hohes Fichtelgebirge (394). Seit Sept. 2010 existiert ein Neuentwurf der Naturräume Nordostbayerns. Zum Ochsenkopf führt aus Süden und Norden jeweils ein Sessellift. Die Talstationen befinden sich im Norden in der Ortschaft Bischofsgrün und im Süden in Fleckl, einem Ortsteil der Gemeinde Warmensteinach. Im Winter besteht am Ochsenkopf die Möglichkeit von Skisport. Im Sommer kann der Bikepark und die Sommerrodelbahn genutzt werden. Diese ist von der Talstation Nord aus erreichbar. Außerdem gibt es dort seit Juli 2007 einen Kletterwald und seit 2011 einen Ziplinepark , die von Einzelpersonen, sowie von Gruppen besucht werden können. Nur wenig östlich dieses Bergs, oberhalb der Ortschaft Fichtelberg, entspringen der Weiße Main – der rechte bzw. nördliche Quellfluss des Mains, sowie die Fichtelnaab, einer der Quellflüsse der Naab. Genau hier verläuft die Europäische Wasserscheide. Die Naab fließt nach Süden Richtung Donau, der Main nach Westen zum Rhein.

Der Gipfel des Ochsenkopfes spielte bei geografischen Vermessungen schon immer eine bedeutende Rolle. Die ersten genaueren Vermessungen im Fichtelgebirge fielen in die Regierungszeit des Bayreuther Markgrafen Friedrich, der von 1735 bis 1763 regierte. Der berühmte französische Kartograph und Direktor der Sternwarte in Paris, César François Cassini de Thury weilte 1761 in Bayreuth und führte sogenannte Dreiecksmessungen in der Umgebung der Residenzstadt durch. Auch er wählte den Ochsenkopf als trigonometrischen Ausgangspunkt. Der Markgraf begleitete den Gelehrten persönlich bis zum Berggipfel und interessierte sich für die Arbeiten mit den Messinstrumenten. Der Fichtelgebirgsverein erinnert an diesen hohen Besuch mit einem Steinschild am Asenturm mit der Aufschrift „1761 weilte hier Markgraf Friedrich mit dem Gelehrten Cassini“. Die Vermessungsunterlagen befinden sich im Staatsarchiv. Aus den Aufzeichnungen des Bischofsgrüner Pfarrers Heinrich Scherber in seinem Buch Umsichten auf den Ochsenkopf geht hervor, dass Bernhard von Lindenau von der Sternwarte Gotha im Oktober 1808 Messinstrumente bei einer freistehenden Felsmauer auf dem Ochsenkopf aufstellte. Er ließ auch ein trigonometrisches Zeichen in Form einer Holzpyramide errichten, die übrigens auch als erster Aussichtsturm verwendet wurde. Neben Gradmessungen führte von Lindau auch Höhenmessungen durch und trug durch seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen wesentlich zur Kenntnis des Fichtelgebirges bei. Für den genauen Instrumentenstandort wurden 1810 ein Kreuz und Pfeile in einen Felsen eingemeißelt und 1850 fügte man oberhalb des Kreuzes die Buchstaben H.D.N.P für Hauptdreiecksnetzpunkt hinzu. Die Felseinmeißelungen sind noch deutlich zu sehen. 1876 errichtete die königlich sächsische Landesvermessung unter der Leitung von Professor Nagel in der Nähe des H.D.N.P einen Steinpfeiler in Obeliskform, der für Zwecke der europäischen Gradmessung verwendet wurde. Da die sächsische Regierung damals die Errichtung und Finanzierung dieses Pfeilers besorgte, ging er als Sächsischer Vermessungspfeiler in die Geschichte ein. Der noch sichtbare Obelisk ist der Rest des Pfeilers, der ursprünglich wesentlich höher war.

 

Bild: „ Ochsenkopf “ von Adrian Michael -Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons .
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